Reste-Rampe No.1

Neulich führte mich mein Weg in die Tiefen des Wollregals, also an Orte, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat –  und an die man auch nur rankommt, wenn man sich auf einer Leiter und auf Zehenspitzen und mit ausgestrecktem Arm und mit kleinen Hüpfbewegungen richtig lang macht. Dann sieht man zwar immer noch nicht, was man in der Hand hat, kann es aber mit ein bisschen Geduld und Mühe irgendwann rauszupfen. Natürlich fällt es einem dann auf den Kopf, aber das ist egal. Wenn es gut läuft ist es ja nur Wolle. Das glückliche Los, das ich an diesem Tag zog, waren zwei Knäuel „Amitola“ von Louisa Harding (80% Wolle, 20% Seide, 250m auf 50gr.). Beide Knäule waren Farbnummer 115 „Dusk“.

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Gestrickt habe ich nach der Martina Behm Anleitung „Heaven & Space“. Den „natürlichen“ Farbverlauf der Wolle habe ich zwischendrin aufgebrochen und erst die Strecken mit Blauanteil verstrick, dann die restlichen braunen Anteile.

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Um den Hals gewickelt, fällt es aber nicht weiter auf.

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Ravello – einer für alle!

In der Sommerfrische habe auch ich einen „Ravello“ beendet, ein viel geliebtes und oft gestricktes Design von Isabell Kraemer (Grasfleckenbylilalu), das man auch ganz fix auf Ravelry findet. Schnell und problemlos erhielt ich auch die in der Anleitung angegebene Wolle von Holst-Garn, die ich online bestellt hatte. Es ist supersoft uld in den Farben silver grey (helles Grau), carmine (Rot) und flannel grey (dunkles Grau). Carmine habe ich durch poppy ersetzt, das kräftiger und heller ist. Statt flannel grey habe ich ink gewählt, eine von diesen Farben, bei denen man in der Damenoberbekleidung ans Fenster gehen muss, um zu prüfen, ob das jetzt noch blau oder schon schwarz ist.

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Die empfohlene Wollmenge reicht gut, problematisch finde ich die angegebene Maschenprobe. Die Anleitung spricht von 22,5 Maschen auf 30 Reihen (10cm) mit Nadelstärke 3,5 gestrickt und nach dem Spannen. Meine erste Maschenprobe mit 3,5 lautet 26 Maschen auf 38 Reihen (10cm). Ein zweiter Versuch mit Nadel 4 kommt dann auf 23 Maschen und 34 Reihen (10cm). Hmpf! Was machen? Ich habe dann entschieden, das Modell in Größe M mit Nadel 4 zu probieren, auch wenn ich das Maschenbild mit der größeren Nadel etwas zu lässig finde.

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Gut gefallen hat mit die „auf den Kopf gestellte“ Strickrichtung, vom Halsausschnitt ausgehend nach unten. Sehr praktisch und für Nähmuffel die optimale Lösung, da keine Nähte geschlossen werden müssen.

Tatsächlich wird die „störrische“ Wolle weicher und flauschiger, nachdem man den Pulli durch Wasser gezogen hat.

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Der Halsabschluss ist wieder ein Kordelrand (Tutorial von Tangled Yarns).

Insgesamt ist der Pulli leicht und zart geworden. Die Anleitung werde ich bestimmt mit einer anderen Qualität noch einmal nachstricken!

When Mummy is happy,…

…everyone is happy! Deshalb für Mutti nur das Beste. Diesmal ist es ein Tuch aus Nature’s Luxury „On Stage“. Dafür braucht es 2 Stränge à 100 gr. mit je 300 m/328,08 yards Lauflänge. Die Mischung lautet 50% (Merino)Wolle, 30%(Maulbeer)Seide, 20% (Baby)Kamel. Farbton „September“ mit Nadelstärke 4.

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Beim Material halte ich mich dieses Mal an die Anleitung. Es ist „Braidsmaid“ von Martina Behm.

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Der Zopf ist absichtlich auf einer Seite deutlich länger geworden, da das Tuch nicht zu hoch werden sollte, und es beim Verknoten dem Tuch eine besondere „Note“ verleiht.

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Ich muss nicht erwähnen, dass in diesem Fall bei „Nature’s Luxury“ der Name Programm ist. Zur Orientierung: Der Farbton ist auf den oberen beiden Bildern lebensecht getroffen, auf den beiden unteren Fotos leider viel blasser, als in Natur. Es ist ein Oliv/Antikmessing-Farbton, den Pantone vielleicht 111C nennen würde.

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Das enorme Volumen und die vollflauschige Fluffigkeit des Materials lässt hoffentlich erahnen!

Wenn man nur einen Strang hat…

… kann es trotzdem für einen Halsschmuck reichen. Das Material: 100gr. „Alegria“ von Manos del Uruguay. Die Eckdaten heißen 75% Wolle/25%Polyamid, 425m/445yards auf 100gr., 28 Maschen und 36 Reihen (10cm), Nadelstärke 3 empfohlen. Das Material ist sehr weich, fühlt sich für meinen persönlichen Geschmack aber zu „viskosig“ an.

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Als Muster habe ich einen Entwurf von Donna Druchunas adaptiert, den ich in „Schals von Welt“ gefunden habe (LV-Buch im Landwirtschaftsverlag GmbH, ISBN 978-3-7843-5194-0). Das Spitzenmuster soll die Variation eines traditionellen, estnischen Spitzenmotivs sein.

Die Vorderseite sieht so aus:

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Die Rückseite so:

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Mit einem Strang erhalte ich einen Schal, der 18cm breit und 102 cm lang ist.

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Auch ein Kurzschal schmückt ungemein!

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Kurz vor dem Urlaub…

…habe ich schnell noch einen Pulli beendet. Die Anleitung kam auf „Zuruf“ von Bunte Wolle, die mir auch diese tolle Wolle verkauft hat: Baby-Alpaca (100% Alpaca, Farbe 5, LL 400m auf 100gr. und auf keinen Fall mit Weichspüler rumhantieren!). Nadelstärke 2,5 bis 3,5 sind angegeben. Gestrickt habe ich mit 3,5, würde aber beim nächsten Mal mit 3,25 arbeiten.

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Bei der Maschenprobe mit Nadel 3,5 komme ich auf 26 Maschen und 36 Reihen (10cm). Das Bündchen habe ich vorne 5cm hoch gestrickt, hinten 8 cm und zusammengenäht habe ich erst zu Beginn des Grundmusters.

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Den Halsausschnitt habe ich mit einem „I-cord-bind-off“ probiert. Den findet man unter den Tutorials bei Tangeld Yarns.

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Der Pulli ist superfluffig geworden und das Garn ein Traum. Leider geben die Fotos die Schönheit der Färbung nicht lebensecht wieder – es ist eine grau-braune Mischung, die teilweise bläulich schimmert. Wie immer, gibt es bei der Färbung nix zu meckern. Für einen Schal oder ein Tuch sollte man die Qualität allein verwenden, auch zweifädig. Für einen Pulli kann man auch gern ein etwas festeres Garn mitführen.

Bunte Wolle

Bei meinem letzten Besuch südlich der Elbe ist mir dieses Exemplar handgefärbter Wolle zugelaufen.

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Die Färbung fand ich ungewöhnlich und ist mir in dieser Kombi (Hellblau, Rosa, Quietschgrün, Dunkelrot und Rost) noch nicht vorgekommen. Die extravagante Farbmischung wollte ich pur sehen, ohne Ablenkung durch ein komplexes Muster. Daher habe ich mich für die Schlicht&Einfach-Variante entschieden.

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Verstrickt habe ich die Wolle mit CUBICS in Nadelstärke 3. Es ist ein klassisches 4-fach Sockengarn, 420m/100gr., 75% Schurwolle, 25% Polyamid, waschbar in der Maschine bei 40°C. Nadelstärkenempfehlung wäre 2-3,5.

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Bei den Garnen von BUNTE WOLLE überzeugt mich immer wieder die sorgfältige Färbung – keine weißen Flecken oder Farbabweichungen durch luschiges Abbinden – und die schöne Ringelung.

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